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HÖR-SPIEL

CHRISTINA KUBISCH
Electrical Walks
28./29. April 2018
MÜNSTER

Walk 1: Freitag, 27. April, 17 Uhr  ausgebucht
Walk 2: Freitag  27. April, 19 Uhr  ausgebucht
Walk 3: Samstag 28. April 14 Uhr
Walk 4: Samstag 28. April 16 Uhr

 Anmeldung: sonicwalk@cuba-muenster.de
jew. 10 Teilnehmer max. / kostenlos

Electrical Walks Münster ist eine Einladung zu vier Stadtspaziergängen mit Christina Kubisch, bei der bisher unhörbare elektromagnetische Phänomene akustisch wahrnehmbar werden. Mittels eines von Christina Kubisch entwickelten Kopfhörers, der mit eingebauten Induktionsspulen auf elektromagnetische Felder reagiert, können die Besucher auf eine ungewöhnliche akustische Forschungsreise gehen. Lichtsysteme, Transformatoren, Bankautomaten, Sicherungssysteme, Antennen, Handys, Computer und vieles mehr liefern eine Geräuschkulisse von außergewöhnlicher Präsenz. Viele Klänge weisen eine erstaunliche musikalische Qualität auf.

Christina Kubisch gehört zur ersten Generation der Klangkünstlerinnen. Die ausgebildete Komponistin hat zur Realisierung ihrer Installationen Techniken wie die elektromagnetische Induktion künstlerisch weiterentwickelt.

 In den 80er Jahren versuchte Christina Kubisch noch, das leise Brummen der Stromkabel aus den Kopfhörern herauszufiltern, die sie für ihre Installationen mit elektromagnetischer Induktion verwendete. Die ständige Zunahme und Verbreitung von „ungewollten“ elektrisch erzeugten Klängen wurde dann im Jahr 2003 Auslöser für einen neuen Zyklus von Arbeiten: Electrical Walks. Mit besonders empfindlichen Kopfhörern werden dabei die Klänge ober- und unterirdischer elektrischer Ströme nicht unterdrückt, sondern im Gegenteil bewusst verstärkt und hörbar gemacht.

Die Palette dieser Geräusche, ihre Klangfarben und Lautstärke variieren von Ort zu Ort, von Land zu Land, technische Neuerungen fügen neue Klangfarben hinzu, andere Klänge verschwinden. Eines haben sie gemeinsam: sie sind überall, auch dort, wo man sie nicht vermuten würde. Lichtsysteme, Transformatoren, Diebstahlsicherungen, Überwachungskameras, Handys, Computer, Aufzüge, Straßenbahnleitungen, Antennen, Navigationssysteme, Bankautomaten, Leuchtreklamen, Elektrogeräten etc. bilden Stromfelder, die wie unter einem Tarnmantel versteckt und doch von unglaublicher Präsenz sind.

Die musikalischen Sequenzen können durch die Körperbewegung des Hörers in immer wieder neuen Variationen erfahren werden, selbst eine leichte Kopfbewegung erzeugt unterschiedliche Klangfolgen. Der Besucher wird zu einem „Mixer“, der sich sein Stück individuell zusammensetzen und den Zeitrahmen dafür selbst bestimmen kann.

Das System der elektromagnetischen Induktion hat Chistina Kubisch ständig technisch und künstlerisch weiterentwickelt.

 

BIOGRAFIE

Christina Kubisch, geboren 1948 in Bremen. Studium der Malerei, Musik und Elektronik in Hamburg, Graz, Zürich und Mailand. Auf Performances und Videokonzerte in den siebziger Jahren folgen seit Beginn der achtziger Jahre raumbezogene Klanginstallationen, Lichträume und Arbeiten im öffentlichen Raum. Zahlreiche elektro-akustische Kompositionen und Radioproduktionen. Seit 2003 erneut Live-Auftritte, Kooperationen mit Musiker*innen und Tänzer*innen.

 

Eine Veranstaltung im Projekt „Hör-Spiel“ gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und Kulturamt Münster.

www.cuba-cultur.de

 


Max. 10 per walk, each walk takes about one hour, reservation recommended

Electrical Walks Münster is a public walk with custom-made sensitive wireless headphones by which aboveground and underground electromagnetic fields are detected, amplified and made audible electromagnetic waves in our environment. The palette of these noises, their timbre and volume vary from site to site and from country to country. Light systems, wireless communication systems, radar systems, anti-theft security devices, surveillance cameras, cell phones, computers, streetcar cables, antennae, navigation systems, automated teller machines, wireless internet, neon advertising, public transportation networks, etc. create electrical fields that are as if hidden under cloaks of invisibility, but of incredible presence.

Christina Kubisch was born in Bremen in 1948. She studied painting, music and electronics in Hamburg, Graz, Zürich and Milano, where she graduated. Performances, concerts and works with video in the seventies, subsequently sound installations, sound sculptures and work with ultraviolet light. Her compositions are mostly electroacoustic, but she has written for ensembles as well. Since 2003 she works again as a perfomer and collaborates with various musicians and dancers.

 Curator: Georg Dietzler