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Raumklänge – Klavier erweitert

Doppelkonzert

hortus clavichordium
Post Scriptum

16. November 2016 / Mi / 19  h
KÖLN, Kunststation Stank Peter, Jabachstr. 1

Eintritt frei

16102016—-
hortus clavichordium

Annette Maye, Klarinette
Elisabeth Coudoux, Cello
hans w. koch, Clavichord & Elektronik, Komposition und Konzeption |

Das Clavichord, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht, erlaubt den Ton nach dem Anschlag noch durch Fingerdruck auf der Taste zu verändern. Dadurch sind Spieltechniken wie z.B. Mikrotöne und Vibrati möglich, was erst im 20 Jahrhundert bei Synthesizern wieder Teil von Keyboards wurde. Erweitert um die Möglichkeiten von Live-Elektronik bildet das äußerst zarte Instrument zusammen mit Klarinette und Cello ein labyrinthisches Geflecht aus Melodien und Spielfiguren basierend auf Conrad Paumanns „Fundamentum Organisandi“, einem der ersten Lehrbücher für Improvisation und Komposition. Geschrieben von einem blinden Organisten im 15. Jahrhundert, ist es eine Anleitung wie man Musik für Tasteninstrumente „organisiert“, indem man zu einer Melodie

Verzierungen und zusätzliche Stimmen erfindet. In der Anhäufung von fast mechanischen Spielfiguren, die wie Jazz Licks die Seiten füllen wird das Clavichord einem Stresstest in Stimmhaltung unterzogen, bis die seltsamen alten Weisen über die Grenzen der wohltemperierten Musik hinauswachsen. hortus clavichordium bezieht sich auf die im Spätmittelalter und der Renaissance weit verbreitete Garten-Metaphorik.  Text: hans w. koch

hans w. koch www.hans-w-koch.net/

Annette Maye  www.annettemaye.com
www.facebook.com/annettemaye1/

Elisabeth Coudoux
www.elisabeth-fuegemann.com
www.facebook.com/elisabeth.coudoux?fref=ts


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Post Scriptum
Komposition für Kirchenorgel, Mechanik, Elektronik und Projektion

Hannes Hoelzl, Elektronik
Christian F. Schiller, Orgel
Michal Kindernay, live-video

Ansonsten nicht hörbare Zwischentöne der Kirchenorgel klingen durch erweiterte Spieltechniken. Der Komponist Schiller, gemeinsam mit dem Medienkünstler Alfred Lenz, entwickelten eine spezielle Orgelmechanik. Schiller erforscht mit der eingesetzten Spezialmechanik Klangregionen der Orgel, die weit subtiler und fragiler sind als das herkömmliche Repertoire, zwischen Stabilität, Chaos und Stille. Der Computer übernimmt jene Teile des musikalischen Spektrums, die der Orgel trotz ihrer Klangfülle aufgrund ihrer Bauart vorenthalten bleiben: von feinen Abstufungen in den Lautstärken über Modulationen der Klangfarben bis zur präzise orchestrierten, räumlichen Verteilung der Musik im Kirchenschiff, was den Klangraum der Kirche in besonderer Weise zur Geltung kommen lässt. Das Zusammenspiel des Komponisten, dessen Handwerk üblicherweise das Aufschreiben von Musik ist, und des Computermusikers, der Programme schreibt, Handlungsvorschriften für Maschinen, um Musik zu erzeugen, visualisiert Michal Kindernay architekturbezogen. Text: Christian F. Schiller

Christian F. Schiller
in-dust.org/

Hannes Hoelzl
www.earweego.net/

Michal Kindernay
yo-yo-yo.org/mk.html

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www.raumklaenge.de

Die Reihe Raumklänge – Klavier erweitert versteht sich als Plattform für raumerforschende Künste, Musik, Hörstudien und erweiterte Aufführungspraxis. Vorgestellt werden Klaviere als Raumkörper, in ihrer ganzen Klangfarbenbreite zwischen Musik, Klangkunst und Performance. Mal ernst, mal im Beat populärer Musik oder mit augenzwinkerndem spitzbübischem Witz mechanischer und elektronischer Klavier-Klang-Apparate.

In der fünften Zusammenarbeit der Kulturabteilung der Stadt Pulheim mit dem Kölner Künstler-Kurator Georg Dietzler stößt das Museum Morsbroich als neuer Kooperationspartner hinzu.

Raumklänge – Klavier erweitert, eine Kooperation im Rahmen der regionalen Kulturpolitik NRW, der Stadt Pulheim, Museum Morsbroich und freies rheinland e.V. in Zusammenarbeit mit ON – Neue Musik, Köln wird gefördert vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Kultursekretariat NRW Gütersloh, Konzert des Deutschen Musikrates.

Die Ausstellungen im Matjö – Raum für Kunst des Kulturwerks des BBK Köln e.V. werden ermöglicht durch die Förderung der Stadt Köln, Kulturamt und der RheinEnergie Stiftung Kultur.