inicio mail me! Abonnieren

Raumklänge

Mittwoch / 19:30 h
17. Dezember 2014
Alte Feuerwache
Saal / 1. Etage
Melchiorstr. 3, Köln

MANIFESTO 2 – Futurism to Fluxus


1412_manifestoWandel-Konzert-Ausstellung mit
Künstlermanifesten vom Futurismus 1909 bis Fluxus 1960

Deutschland Premiere
Kuratiert von Frédéric Acquaviva
Nach einer Idee von Frédéric Acquaviva und Loré Lixenberg

Eintritt: 10 EUR

19:30 h
Konzerteinführung Frédéric Acquaviva  „Lettrist poetry and music“  in englischer Sprache

20:30 h
MANIFESTO 2 – Futurism to Fluxus
Loré Lixenberg Stimme
Federico Reuben Elektronik
Aleks Kolkowski Wachszylinder-Phonografie- Maschinen und Hörner

Zum Abschluss der Reihe gibt’s noch mal Kunst- und Musikgeschichtliches, eher Nachdenkliches aus Kunst, Musik und Politik: Vertonte Künstlermanifeste, manche waren wegweisend, andere schockierend, verstörend sowie atemraubend. Am Rad der Geschichte drehend sind einige heute wieder erschreckend brandaktuell angesichts der unzähligen weltweiten Umwälzungen.

Nur an diesem Abend präsentieren wir eine Wandel-Konzert-Ausstellung mit raren Artefakten von Künstlermanifesten, vom Futurismus 1909 bis zu Fluxus 1960, mit Zeitdokumenten wie Original-Notationen, Klangdichtung, Fotos und einer englischen Konzerteinführung zu „Lettrist poetry and music“. Lettrisme ist eine 1945 von Isidore Isou in Paris gegründete literarische und künstlerische Bewegung, die in konsequenter Weiterführung und Systematisierung unter anderem dadaistischer und surrealistischer Tendenzen die Zerlegung von Wörtern zu Buchstaben und deren Neuzusammensetzung zu sinnfreien Lautgebilden anstrebte, eine Form „Nonsens-Poesie“. Den Lettristen war auch die Auseinandersetzung mit der Architektur und Lebensstilen wichtig. Die Gesamtheit der Künste sollte nicht abgehoben von der Wirklichkeit existieren, sondern sich auf
lebenswerte Aktivitäten stützen.


Frédéric Acquaviva
, geboren in Frankreich, lebt in Berlin. Er ist Klangkünstler und Komponist experimenteller Musik. Seine chronopolyphonen Installationen werden gezeigt in Galerien und Museen, wie Museum Weserburg, Palais de Tokyo, Centre Pompidou, Musée des Beaux-Arts in Nantes, Fenice in Venezia. Abseits der gängigen Musiker- und Komponistenzirkel arbeitete er kontinuierlich mit bildenden Künstlern, Videokünstlern, Dichtern sowie mit dem Filmemacher FJ Ossang und der Choreografin Maria Faustino zusammen. Acquaviva liebt ungewöhnliche Präsentationsformen. In Berlin hat er zusammen mit Loré Lixenberg den Veranstaltungsort La Plaque Tournante gegründet. Frédéric Acquaviva als Musikwissenschaftler und Autor ist ein Kenner historischer Avantgarden und besonders der Lettristen (Isidore Isou), der Lautpoesie (Henri Chopin, Bernard Heidsieck) und Künstlern wie Pierre Albert-Birot und Otto Muehl. Er ist Ausstellungskurator für das MACBA, Barcelona; Serralves, Porto, CIPM, Marseille, Kunstkritiker, Filmemacher, gestaltet Radiofeatures für France Culture und hält Vorträge.  www.frederic-acquaviva.net

Aleks(ander) Kolkowski lebt in London. Als Violinist und Komponist benutzt er in seiner  Musik historische Instrumente aus der präelektronischen Epoche der Ton-Aufzeichnung und -Reproduktion, wie Trichtergeigen, Kurbelgrammophone, Walzenphonographe, selbst eingravierte Wachs-Walzen und 78 U/Min. Schellackplatten sind in seiner mechanisch-akustischen Musik kombiniert. Aleksander Kolkowski hat für die Bereiche Tanz, Theater und Film komponiert, wie beispielsweise für Sasha Waltz, Corinna Harfouch, Anzu Furukawa, u. a.) Von 1996 bis 2003 lebte er in Berlin. 2002 gründete er die Recording Angels, ein Projekt, das in Performances und Installationen unsere Beziehung zur Klangaufzeichnung mit Hilfe veralteter Aufnahmegeräte wie dem Phonographen oder der Azetat-Platte erforscht. erforscht. Dazu gehören Voices & Etchings für 6 Sänger/innen, Staatsbank Berlin, 2003 und Mechanical Landscape with Bird für singende Kanarienvögel, Serinette und Streichquartett als Auftragswerk der MaerzMusik im Rahmen der Berliner Festspiele, 2004. Er ist Sammler und Restaurator von seltenen Saiteninstrumenten. Er gründete 2006 das Stroh String Quartet. Große Auftragswerke und multi-tonale Horn Klanginstallationen realisierte er für die Berliner Festspiele/MaerzMusik, den PRSF und BFI South Bank. 2012 war er am London Science Museum sound artist-in-residence. Derzeit stellt er ein außergewöhnliches Klangarchiv zusammen von zeitgenössischen Künstlern, Dichtern, Komponisten und Musikern ausschließlich auf Wachszylindern. www.phonographies.org/about/aleks-kolkowski

Loré Lixenberg, lebt in London und Berlin. Bekannt ist sie als Mezzo-Sopranistin mit einem weitgefächerten Konzertrepertoire meist zeitgenössischer Komponisten, in Opern und Musiktheater, bei Festivals wie Salzburger Festspiele, Luzern, Donaueschingen, Aldeburgh, Witten, Edinburgh, Huddersfield, Wien Modern und Oslos Ultima Festivals. Sie spielte die Rolle von Cousin Shelley in Mark-Anthony Turnages Anna Nicole am Royal Opera House. Als Opernregisseurin inszenierte sie Peaches and Baby Jane, eine Oper von Jerry Springer; brachte die britische Premiere von Mauricio Kagels Staatstheater auf die Bühne und in Kopenhagen führte sie Regie beim ensemble SCENATET in Georges Aperghis’ Little Red Riding Hood. lorelixenberg.wordpress.com/agenda

Federico Reuben, geboren in Costa Rica, lebt derzeit in Falmouth/Cornwall. Er ist Senior Lecturer and Course Coordinator for BA Creative Music Technology at Falmouth University, Academy of Music and Theatre Arts. Nach seinem Studium am Royal Conservatoire und Institute of Sonology, beide in den Niederlanden, arbeitet er zusammen mit Richard Barrett, Christopher Fox, Louis Andriessen, Richard Ayres, Gilius van Bergeijk, Martijn Padding, Steve Reich, Jonathan Harvey, Clarence Barlow, Marco Stroppa und Michael Jarrell. Er ist Klangkünstler, Interpret und Komponist für Computermusik und Elektronik. Seine Kompositionen schreibt er sowohl für Kammerensembles, Chöre, Orchester, aber auch eine eigene Oper gehört dazu. Digital Music immer am Puls der Zeit zu gesellschafts-politischen Themen. www.federicoreuben.com

Dank die Förder: Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen; ON-Neue Musik Köln, Kulturamt der Stadt Köln
Veranstalter: Raumklänge Kulturabteilung der Stadt Pulheim und freies rheinland e.V. c/o Georg Dietzler, Köln, in Kooperation mit ON – Neue Musik Köln e.V. .